3D-Messlabor

Autor: Lukas Greter

Was macht taktiles Messen so erfolgreich?

Wenn man die neuste Entwicklung in der 3D-Messtechnik betrachtet, fällt etwas auf: Die taktile Messung ist immer noch zentraler Bestandteil moderner Koordinatenmessmaschinen. Wieso? Es liegt an den bestechenden Vorteilen der taktilen Messung gegenüber optischen Messverfahren. Ein Faktor ist mit Sicherheit die Genauigkeit. Bereits kostengünstige 3D-Messmaschinen bieten hochpräzise Messungen im tausendstel Millimeter-Bereich. Dazu kommt die hohe Wiederholbarkeit der Messung. Diese ist besonders bei statistischen Auswertungen von grossem Nutzen. In der Statistik wird das Resultat durch jede Unregelmässigkeit verfälscht. Das ist zu vergleichen mit einer Verkehrszählung von Autos nach einer verkehrsberuhigenden Massnahme. Werden auch die Fahrräder mitgezählt, dann bekommt man keine klare Aussage über den Verkehr. Umso präziser daher das Erfassungssystem ist, umso genauer wird das Resultat. Die Toleranz spielt erst eine Rolle, wenn es um Korrekturmassnahmen geht.

Für die 3D-Messtechnik bedeutet das: Um eine klare Aussage über einen Herstellungsprozess zu machen braucht es eine hochpräzise und wiederholbare Messung. Diese Voraussetzung ist nur mit der taktilen Messung gegeben. Hier wird ein Messpunkt durch Berührung am Werkstück angetastet und mit Hilfe des räumlichen Koordinatensystems im Raum genau definiert. Dazu kommen Informationen wie zum Beispiel die Antastkraft, die Vektorenrichtung des Messpunktes und die Temperatur des Werkstückes. Störfaktoren von Lichtreflektionen, Schmutz, Oberflächenrauheit, Vibrationen, Temperaturunterschiede usw. können gänzlich oder zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Was bedeutet das für die Zukunft?
Vorerst wird die taktile Messung nicht von einer anderen Technologie abgelöst. Jedoch werden vermehrt verschiedene Technologien miteinander kombiniert. Das führt dazu, dass die Vorteile der verschiedenen Messtechniken voll ausgespielt werden können. Die taktile Messung kommt dort zum Zuge, wo hohe Genauigkeit und Verlässlichkeit gefordert wird, wie zum Beispiel bei der Ausrichtung eines Werkstückes und der Messung von Form- und Lagetoleranzen. Optische Messverfahren werden dort angewandt, wo schnelle Resultate und viele Informationen gefordert werden.

Die neuste Technologie wird somit wegweisend sein für unser Messlabor. Wertschöpfung entsteht dort, wo mit Ressourcen schonend umgegangen, Risiken minimiert und Chancen genutzt werden. Nutzen Sie also die Vorteile der taktilen Messung zu ihren Gunsten. Wir helfen mit, Gutes noch besser zu machen.



Investition in Messtechnik, die sich lohnt

Thomas Vogt, Geschäftsführer der Vogt AG im Interview mit Lukas Greter, Leiter Messtechnik: Thomas, die Vogt AG hat das 3D-Messlabor der Firma FMT Feinmesstechnik übernommen. Was hat dein Interesse an der 3D-Messtechnik geweckt?

Grundsätzlich haben wir immer schon das Bedürfnis gehabt, unsere mechanischen Verbindungsteile selber ausmessen zu können. Aus diesem Grund haben wir die Möglichkeiten zum Messen in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut.

Wie seid ihr dann auf das zum Verkauf stehende Messlabor gekommen?

Ich wurde durch unseren ehemaligen Qualitätsmanager auf das Messlabor der Firma FMT Feinmesstechnik in Roggwil aufmerksam gemacht, welches zum Verkauf stand. Ich habe dieses Angebot prüfen lassen und bin auch selber vorbeigegangen, um mir einen Eindruck zu verschaffen.

Ich kam zur Überzeugung, dass es für uns von Interesse sein könnte, in diesen neuen Dienstleistungszweig vorzustossen. Einerseits, weil wir selber davon Gebrauch machen können und andererseits, weil wir diese Dienstleistung auch anderen anbieten können.

Du siehst die Messtechnik als interessanter, wachsender Markt?

Ja, interessant am neuen Labor sind besonders die neue Technik und die Aussicht, dass Prüfungen und Messungen in Zukunft vermehrt gefragt sind, ganz egal ob der Kunde in der Automobilindustrie oder in einem anderen Sektor angesiedelt ist.

Was brauchte es letztendlich noch, dass die Vogt AG dann den Kauf tätigte?

Entscheidend war auch, dass wir das Messlabor zu einem vernünftigen Preis erwerben konnten. Herr Armin Kuhn, der ehemaligen Besitzer des Messlabors, war nicht nur bereit, die Übergabe des Labors zu organisieren, sondern auch beim Start dieses Projekts mitzuhelfen. Er bringt ausserdem einen Kundenstamm mit, womit wir mit einem Basisumsatz rechnen können.

Am wichtigsten aber war, dass wir jemanden rekrutieren konnten, der das Labor mit Leidenschaft betreut. Nur auf diese Weise ist ein professioneller Betrieb gewährleistet.

Wie lief die Personalsuche denn ab?

Wir haben zur gleichen Zeit im Qualitätsbereich Mitarbeiter gesucht. Du hast dich zuerst auf eine dieser Stellen bei uns beworben. Unsere Personalverantwortliche wusste, dass es im Bereich 3D-Messlabor möglicherweise Stellen zu besetzen gibt. Sie hat dich dann auf eine Anstellung als Messtechniker und der Leitung eines Messlabors angesprochen.

So wie ich gehört habe, ist dieses Stellenangebot bei dir sofort auf offene Ohren gestossen. Nach einem ersten Treffen wurde man sich einig und du, Herr Kuhn und ich waren von dieser Lösung begeistert. Damit wurde eine gute Grundlage für den Start und die Weiterführung des Messlabors gelegt.

Welche Herausforderungen mussten gemeistert werden? Wie wurde das Labor auf die Zukunft vorbereitet?

Neben den Aufwendungen für Transport und Wiederaufbau gab es auch ein Update auf die neueste Software und eine intensive Schulung von dir an der Messmaschine. Als weitere Massnahme wird das Büro des Qualitätsmanagements mit dem Büro des Messlabors zusammengelegt. Diese Anbindung

an das Labor führt zu einer integrierten Nutzung im Bereich des Qualitätsmanagements und es kommt zu einem verbesserten Austausch zwischen Qualitätsmanagement und dem Messlabor.

Zusammen mit dem Kauf des Messlabors sind zusätzliche Investitionen getätigt worden, sowohl in Gebäude wie auch in die Ausrüstung und Ausstattung des Büros. Damit wurde ein Betrag von insgesamt rund 200’000 CHF investiert.

Wir werden wir das Messlabor auslasten können?

Mit dem Kauf werden wir unsere Investitionen nicht von Anfang decken können. Ziel ist es, in etwa drei Jahren die Kosten für das Messlabor zu amortisieren. Das ist möglich, da Herr Kuhn bestehende Kunden mitbringt, welche wir weiterhin bedienen können. Zudem erwarte ich, dass wir potenzielle Kundschaft haben, welche die Dienstleistung der 3D-Messtechnik in Anspruch nehmen wird.

Im Weiteren gehe ich davon aus, dass wir die Dienstleistung auch direkt verkaufen können. Die betrifft in erster Linie Projekte für die kundespezifische Teilefertigung. Mit diesen drei Faktoren bin ich der Überzeugung, dass wir diesem Labor eine gute Zukunft geben und es wirtschaftlich auslasten können.

Thomas, vielen herzlichen Dank für das Interview. Ich freue mich, mit dem Messlabor durchzustarten!



Was ist Qualität?

Ging es Ihnen auch schon so? In einem Laden wird ein Produkt angepriesen mit: „von höchster Qualität“ und Sie haben sich gefragt, was möchte der Verkäufer mit diesem Aussage eigentlich ausdrücken? Sie fragen sich besonders dann, wenn Sie zu Hause feststellen, dass das Produkt nicht Ihren Vorstellungen entspricht.

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