3D-Messlabor

Monat: Juni 2017

Einführungstag 3D-Messlabor

Was versteht man unter Qualität? Lassen sich die Mitarbeitenden der Vogt AG Verbindungstechnik bei der Schokoladen-Degustation durch eine falsche Verpackung in die Irre führen? Welche Treffsicherheit an der Dartscheibe haben die Teilnehmer und zu welcher Erkenntnis führen uns die Resultate? Wie gross ist ein Standardhaar in unserer Firma und wer erreicht den absoluten Haardickenrekord?

Diese und weitere Fragen wurden an unserem Einführungstag beantwortet.

Gestartet hat die erste Gruppe am Freitag, 19. Mai um 8.00 Uhr. An mehreren Posten wurden verschiedene Fragen zur Qualitätsprüfung und Messtechnik beantwortet. Mit vollem Engagement gingen die Mitarbeitenden an die Aufgaben.

Die Schokoladen-Degustation
Hier konnten zwei Schokoladensorten geprüft werden. Qualitätsmerkmale wie Grösse, Gewicht, Farbe und so weiter wurden beurteilt. Am Schluss wurde die Schokolade benotet. Zur Auswahl standen eine hochwertige Milchschokolade und ein durchschnittliches Produkt mit billigeren Zutaten. Der Unterschied war gut an den Inhaltsstoffen auf der Verpackung erkennbar. Geschmacklich und äusserlich unterschieden sich die Schokoladen kaum.

Ganz bewusst wurde keine Blind-Degustation durchgeführt. Denn die Teilnehmer wussten nicht, dass die Verpackungen vertauscht wurden. Dachten sie, sie würden die hochwertige Schokolade testen, dann war es in Wirklichkeit das Billigprodukt. Viele sahen keinen Unterschied zwischen den Produkten und waren zum Teil sogar der Meinung, dass es sich um ein und dasselbe Produkt handle.

24 Mitarbeitende beurteilten die „hochwertige Schokolade“ als geschmacklich besser, obwohl es sich eigentlich um das günstigere Produkt handelte. Liessen sie sich von der Verpackung verleiten? Nur 13 Mitarbeitende beurteilten die „Billigschokolade“ als besser. Hatten sie den feineren Geschmackssinn und spürten sie die hochwertigeren Inhaltsstoffe heraus? Interessant ist jedenfalls, dass bedeutend mehr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Billigprodukt in der noblen Verpackung als besser bewerteten, als die scheinbar billige, aber eigentlich hochwertige Milchschokolade. Es ist gut möglich, dass sie sich durch die Verpackung in die Irre führen liessen.

Dieses Experiment sollte zeigen, dass wir Qualität sehr stark nach unserer subjektiven Beurteilung und Wahrnehmung beurteilen.

Die Dartscheibe
An diesem zweiten Posten ging es um Statistik. Was man an den Resultaten sehr gut sehen konnte war, dass auch die Statistik bestimmten Regeln unterliegt. Nach einiger Zeit konnte man eine Normalverteilung der Treffer erkennen. In der Mitte gab es die meisten Treffer und gegen aussen immer weniger. Wer hätte auch etwas anderes erwartet? Die Mitarbeitenden der Vogt AG Verbindungstechnik sind nicht nur in ihrem Berufsalltag sehr zielorientiert. Auch beim Treffen der Dartscheibe haben sie ihr Können bewiesen.

Die Haardickenmessung
Etwas schwieriger war die Messung des eigenen Haares. Beinahe unüberwindbare Hürden stellten sich den Mitarbeitenden in den Weg. Für einige war es der Schmerz beim Ausreissen eines Haares, für andere die Herausforderung, dass sie keine Haare mehr auf dem Kopf hatten. Und wie es sich für unsere Vogt-Angestellten gehört: Sie wussten sich zu helfen. So musste auch das eine oder andere Barthaar für die Messung herhalten. Der Durchschnittswert eines Standard-Kopfhaares in unserer Firma liegt ziemlich genau bei 0.06 Millimeter, ohne Barthaare. Im Vergleich zur Messunsicherheit unserer 3D-Messmaschine, die bei unter 1.5 tausendstel Millimeter liegt, ist ein Standardhaar somit 40 Mal grösser. Die dicksten Haare mit 0.124 mm hat Harald Summerer, unser Mitarbeiter aus der Qualitätsprüfung.

Das Apéro
Abgeschlossen wurde der Einführungstag durch ein kleines Apéro, der Auflösung der Fragen und der anschliessenden Verlosung des Wettbewerbes.

Die Gewinner der Verlosung:

  1. Preis André Grolimund 100-Franken-Migros-Gutschein
  2. Preis Therese Roos 50-Franken-Migros-Gutschein
  3. Preis Angelika Häusermann 2 Tafeln Milchschokolade

Ich danke Sara Zimmerli für die Vorbereitungen des Apéros, Esther Michel für die Mithilfe bei der Organisation, Thomas Vogt für die Unterstützung und allen Mitarbeitenden für die motivierte Teilnahme an diesem erfolgreichen Einführungstag.

Euer Arbeitskollege Lukas Greter



Was macht taktiles Messen so erfolgreich?

Wenn man die neuste Entwicklung in der 3D-Messtechnik betrachtet, fällt etwas auf: Die taktile Messung ist immer noch zentraler Bestandteil moderner Koordinatenmessmaschinen. Wieso? Es liegt an den bestechenden Vorteilen der taktilen Messung gegenüber optischen Messverfahren. Ein Faktor ist mit Sicherheit die Genauigkeit. Bereits kostengünstige 3D-Messmaschinen bieten hochpräzise Messungen im tausendstel Millimeter-Bereich. Dazu kommt die hohe Wiederholbarkeit der Messung. Diese ist besonders bei statistischen Auswertungen von grossem Nutzen. In der Statistik wird das Resultat durch jede Unregelmässigkeit verfälscht. Das ist zu vergleichen mit einer Verkehrszählung von Autos nach einer verkehrsberuhigenden Massnahme. Werden auch die Fahrräder mitgezählt, dann bekommt man keine klare Aussage über den Verkehr. Umso präziser daher das Erfassungssystem ist, umso genauer wird das Resultat. Die Toleranz spielt erst eine Rolle, wenn es um Korrekturmassnahmen geht.

Für die 3D-Messtechnik bedeutet das: Um eine klare Aussage über einen Herstellungsprozess zu machen braucht es eine hochpräzise und wiederholbare Messung. Diese Voraussetzung ist nur mit der taktilen Messung gegeben. Hier wird ein Messpunkt durch Berührung am Werkstück angetastet und mit Hilfe des räumlichen Koordinatensystems im Raum genau definiert. Dazu kommen Informationen wie zum Beispiel die Antastkraft, die Vektorenrichtung des Messpunktes und die Temperatur des Werkstückes. Störfaktoren von Lichtreflektionen, Schmutz, Oberflächenrauheit, Vibrationen, Temperaturunterschiede usw. können gänzlich oder zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Was bedeutet das für die Zukunft?
Vorerst wird die taktile Messung nicht von einer anderen Technologie abgelöst. Jedoch werden vermehrt verschiedene Technologien miteinander kombiniert. Das führt dazu, dass die Vorteile der verschiedenen Messtechniken voll ausgespielt werden können. Die taktile Messung kommt dort zum Zuge, wo hohe Genauigkeit und Verlässlichkeit gefordert wird, wie zum Beispiel bei der Ausrichtung eines Werkstückes und der Messung von Form- und Lagetoleranzen. Optische Messverfahren werden dort angewandt, wo schnelle Resultate und viele Informationen gefordert werden.

Die neuste Technologie wird somit wegweisend sein für unser Messlabor. Wertschöpfung entsteht dort, wo mit Ressourcen schonend umgegangen, Risiken minimiert und Chancen genutzt werden. Nutzen Sie also die Vorteile der taktilen Messung zu ihren Gunsten. Wir helfen mit, Gutes noch besser zu machen.